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20.59 Uhr - diese Uhrzeit kennt man sonst nur vom Karneval. Doch zum Glück hörten die Gemeinsamkeiten da am Montag Abend im Foyer des Cinestars auf: Während die Narren und Jecken meist eher auf Hau-Drauf-Humor setzen, servierten "Marvin'n'Katze" ihren gut 30 Zuhörern eine humorvolle Unterschwelligkeit nach der anderen. Marvin und Tobi Katze alias Marc Wiesollek und Tobias Rauh - die beiden jungen Autoren sind in der Dortmunder "Poetry Jam"-Szene schon lange bekannt. Gestern zogen sie von ihrer Basis, der Kneipe "Subrosa", ins Kino: Neue Zielgruppe testen. Und zum Einstieg wurde mit den neuen Zuhörern gleich mals das Ausrasten geprobt: "Wie bei Tokio Hotel, aber die Klamotten dürft ihr anlassen", befahl Marvin. Dann ging es Schlag auf Schlag - Wecker, Waschmaschinen, philosophische Verwicklungen im Haushalt, Musikfernsehen. Marvin und Katze spielten sich die Bälle professionell zu. Marvin erzählte von seinem weißen Punkt auf den Haaren: "Der ist Geschenk und Fluch zugleich." Aber ersteres nur, wenn die Friseurin nicht wieder fragt: "Darf ich daran schneiden?" Als nach und nach die Filme endeten, blieb sogar etwas "Laufkundschaft" hängen, angelockt vom Gelächter. Sie wurde von Sprachdiamanten wie Katzes Werbeslogans für den Fleischverband CMA zum Bleiben bewegt: "Was nicht schreit, schmeckt nicht!" Und ungeachtet des einen oder anderen humoristischen Durchhängers konnte alle auf Zuhörer auf Katzes Frage laut und deutlich mit "jaaa" beantworten: "Habt ihr auch alle Spaß, Kinder?"
Westfälische Rundschau - 23.08.2006
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