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"Wir Singles sind doch wie eine Bierschaumkrone. Sie sieht gut aus, aber trotzdem will sie keiner", sagt Calvin, der endlich aus seinem Afrikaurlaub zurück im Lande gewesen ist, zu mir.
"Stimmt. Der Schaum ist eine Art Assecoire. Total sinnlos und doch verschönert und ergänzt er das ganze Bild", meine ich.
"Man kann fast meinen, dass Pärchen uns Singles irgendwie brauchen, um uns einfach anzuschauen und sagen zu können, wie schön doch alles ist. Sie kosten dann den Nektar der Zweisamkeit, der Schaum verschwindet langsam, und schon geraten Singles wieder in Vergessenheit."
"Deine Allegorien sind heute wieder einmal zauberhaft", sage ich schmunzelnd zu Calvin.
"Danke", erwidert Calvin und wir setzen uns auf meinem kleinen Balkon, auf dem ein kleiner Tisch und zwei Liegestühle stehen.
"Ich hätte da eine Geschäftsidee, die Millionen bringen könnte", sage ich zu Calvin begeistert.
"Praktisch eine Dönerbude für Singles. Aber es gibt keinen Döner, sondern Single Frauen."
Calvin schaut mich skeptisch an und fragt: "Die Idee hört sich nicht sehr ausgereift an. Aber ich will Dich nicht unterbrechen. Erzähl."
"Also, wenn Du einen Döner bestellst, kannst Du ja bis auf das Brot alle Zutaten wählen. Zum Beispiel mit oder ohne Soße, mit oder ohne Zwiebeln und so weiter. Nun, stelle Dir vor, Du könntest eine Frau bestellen?"
Calvin schaut jetzt noch skeptischer: "Die Idee ist wirklich überhaupt nicht ausgereift."
"Warte doch mal. Du könntest dann in so einen Laden gehen und einfach bestellen, wie ‚Ich hätte gerne 1, 64 Meter, braunhaarig, gut gebaut, um die 70 Kilo'."
"Und dann wirst Du vielleicht noch gefragt ‚mit oder ohne Brille', ‚mit oder ohne Strähnchen'."
Ich schlage Calvin auf die Schulter und sage begeistert: "Du hast es! Na?"
"Marvin, mein guter, alter Freund, so etwas nennt man auch Bordell."
"Der Clou ist aber, dass wir erstens preiswerter wären und zweitens kannst Du Deine zusammengestellte Frau behalten."
"Und einen Döner gibt es gratis dazu", sagt Calvin lustlos. Ich aber bin von seiner neuen, von mir nicht bedachten Geschäftsidee begeistert.
"Warum denn nicht? Wir könnten meinetwegen auch Pizza, Chinesisches und so weiter anbieten. Das soll uns nicht aufhalten."
"Mich macht die ganze Zeit dieses ‚wir' wirklich nervös. Du siehst doch keinen potentiellen Geschäftspartner in mir, oder etwa doch?"
Meine Augen strahlen ihn an.
"Oh nein... nein, Marv, ... vergiss es!"
Ich strahle Calvin weiterhin an und nicke euphorisch.
"Nein, Marv, nein, Himmel Herr, das ist das Dümmste, was ich je gehört habe."
"Wieso?"
"Ich könnte noch verstehen, wenn Du einen Laden mit Gummipuppen eröffnen würdest, oder einen Sexshop, oder meinetwegen eine Dönerbude, wo diverse Cheerleader aus mehreren Länder für die Kunden tanzen, aber Du kannst doch nicht so fern ab der Realität denken."
"Ich war schon immer für die Genforschung."
"Ehrlich jetzt?"
"Nein, aber für meine Geschäftsidee bräuchte die Genforschung ein bisschen mehr gesellschaftliche Unterstützung."
"Du kannst doch nicht einfach die Genforschung verherrlichen, nur weil Du sie jetzt brauchst."
"Mann, Calvin, lassen wir die Genforschung eben weg, wenn es Dich dermaßen stört. Dann bestelle ich die Mädels, die der Kunde wünscht, eben vor oder direkt per Nachfrage."
"MENSCHENHANDEL", fragt Calvin schockiert und sitzt senkrecht in seinem Liegestuhl.
"Nun, das ist ein zu hartes Wort. Nennen wir es doch lieber ‚Für-die-Zweisamkeit'-Import. Und vielleicht kommen ja auch einige freiwillig?"


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