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Um nicht andauernd Namen zu verwenden, nenne ich das Männchen er oder ihn und das Weibchen sie oder ihr, welche beide zusammen ein typisches Pärchen bilden, die, sagen wir, ungefähr drei bis sechs Monate zusammen sind.
Es ist soweit. Ich habe wieder einmal im Jahr Geburtstag (Logik erlaubt nicht mehrere Geburtstage) und werde diesen auch tüchtig feiern. So kommt die Frage auf: wen lade ich ein? Die Antwort ist nicht einfach zu beantworten, denn wenn man ihn einlädt, ist sie natürlich ungewollter, aber freiwillig eingeladener Anhang. Wenn man sie einlädt, ist er automatisch eingeladen. Es liegt schon fast ein Naturgesetz dafür vor, denn er oder sie würden niemals fragen, ob er oder sie überhaupt eingeladen ist bzw. überhaupt willkommen. Man geht einfach davon aus. (Dies ist das erste Pärchen'sche Gesetz.) So wird eine Party, die nur aus 15 Person bestehen soll, schnell zu einer riesigen Bakterienkultur, bestehend aus 30 Person, da jeder natürlich seinen Partner mitbringen möchte. (Da frage ich mich, ob dies nicht eher ein MUSS ist? Pärchen'sche Gesetz Nummer Zwei.)
Na gut, da muss man als Gastgeber durch und freut sich mäßig auf die gemütliche, in kleiner Runde sitzende Massenparty. Nun kommt das Einkaufen. Hat man vorher mit 15 Person kalkuliert, so muss man jetzt das Doppelte bezahlen (auch hier spielt die Logik wieder mit) und der (studentische) Geldbeutel dankt, verbeugt sich und stampft bittend für Arbeitslosengeld zum Amt. Da stehe ich nun beim Getränkemarkt und schiebe einen Karren vor mir her. "Drei Kästen Bier, ein bisschen Cola, Fanta, Sprite", denke ich mir. Aber was ist mit den unbekannten ers und sies. Was trinken sie? Vielleicht auch Bier oder nur Wasser? Kranwasser geht auch. Also kein Kasten Wasser. Gut, drei Kästen Bier, ein gemischter Kasten Cola, Fanta, Sprite... perfekt. Doch mir scheint es, als ob ich irgendetwas vergessen habe. Nach ein paar Minuten starren auf die Kästen Bier, in der Hoffnung, dass mir doch noch etwas einfallen könne, winke ich ab und gehe zur Kasse. Nächste Station: Knabberzeug.
Es ist Abend - Stichtag und die Leute können kommen. Fred und ein paar andere sind schon da. Die Singlerunde ist komplett und eh immer zu früh da. Das liegt wohl an der Langweile der Einsamkeit. Es schellt und er und sie kommen in meine Wohnung. Ein Schalter in deren Köpfen klickt plötzlich um, nachdem beide meine Türschwelle überwältigen. Man hört ein gewaltiges KLACK in deren Köpfen und ihr Verhalten verändert sich schlagartig: das Pärchen betretet den Raum und beiden suchen panisch die Hand des anderen, als ob sie vor dem jüngsten Gericht stehen. (Drittes Pärchen'sches Gesetz.) Sie stellen sich vor, aber auch das muss differenziert werden. Begrüßt er die anderen, so kommt: "Ich bin er und das ist meine FREUNDIN sie." Stellt sie sich vor, kommt sofort: "Ich bin sie und das ist mein FREUND er." Das hat auch keiner gedacht, wenn sich beide Arm in Arm vorstellen und bei dem Flüstern ihrer Namen sich zärtlich in die Augen schauen. Welch Überraschung! Es kommt mir wie eine Reviermarkierung vor, um verständlich zu machen, wem hier was gehört. Ist das nicht gegen die menschliche Würde laut dem Grundgesetz? Für solche Gedanken habe ich aber ausnahmsweise keine Zeit. Dann flüchtet das Pärchen in eine ruhige Ecke, um auf und von der Party nicht gestört zu werden. (Hier verabschiedet sich die Logik, denn der Sinn einer Party geht dadurch irgendwie verloren.) Je mehr Pärchen kommen, um so größer wird das neu eroberte Revier der Ruhe und Zweisamkeit. Um genau zu sein, es entwickelt sich eine Gruppe vollkommener Zweisamkeit. Pärchen zu Pärchen und das Pack ‚Singles' sollte mal schön Abstand halten. Es kann ja sein, dass sich ein Pärchen die Single-Krankheit holt - höchst ansteckend.
Kommt man sich nicht ausgeschlossen vor? Warum sind sie dann überhaupt gekommen? Wie kann man das Verhalten und das neue Revier deuten? Ist denn meine Wohnung nicht mein Revier? Ganz einfach zu erklären: indem die Pärchen ihre eigene Ecke in meiner Wohnung besetzen, stellen Pärchen auch gleichzeitig sicher, dass kein Single-Mensch auch nur in die Nähe eines Partners gelangen kann. Sicher ist sicher. Wir erinnern uns - die Single-Krankheit - immer noch höchst ansteckend. Ich will mich nicht loben, aber ich habe es doch tatsächlich irgendwann geschafft, das Zwei-Parteien-System zu vereinen und auf einen Konsens zu bringen; oder einfacher: alle Pärchen auf der Party in die Party zu integrieren und - man glaubt es kaum - alle Pärchen haben sogar unter uns Singles Spaß.
Ich gehe in die Küche und entdecke Fred, als er sich eine Flasche Pils öffnet. "Hey Marv, coole Party!" "Danke, danke!" "Das war ironisch gemeint! Ziemlich viele Pärchen hier. Hat Dir Toms und Evas Party nicht gereicht?" Ich erinnere mich und grinse: "Ja, was soll ich machen? Wir sind halt die letzten Überlebenden." "Naja", lächelt Fred, "immerhin könnten wir dann auf einer einsamen Insel überleben. Jetzt stelle Dir mal unter Pärchen das Spiel vor: Was nimmst Du auf einer einsamen Insel mit, aber nur eine Sache!" Ich schaue Fred denkend an. "Ganz einfach. Einen Fernseher, um Baywatch zu schauen. Da gibt man wenigstens nicht die Hoffnung auf, von einem weiblichen Lifeguard gerettet zu werden." Wir müssen lachen und stoßen an. (Ja, ich habe schon eine Flasche Pils in der Hand.) "Der ist gut, Marv, aber ein er müsste theoretisch antworten: Nur Dich, mein Schatz! Macht er es nicht, würde sich dieser ewige Streit über die Wichtigkeit des Partners und ihrer Beziehung den ganzen Abend durchziehen. Oder schlimmer noch, sie merkt es sich." "Und das ihr ganzes Leben lang! Nach dem Motto: Weißt Du noch die Party am 13. 12. 2003, da hast Du um 22:28 Uhr bei dem Spiel Was nimmst Du auf eine Insel mit das und das gesagt. Wahnsinn, so ein Frauengedächtnis." "Weibliche Elefanten!" und wir müssen wieder lachen.
Tom und Eva erscheinen in der Küche. Wir begrüßen sie herzlich und erkennen, dass hinter ihnen auch noch Sascha und Jenny sind. Sascha und Jenny sind nun seid circa zwei Jahren zusammen. Das Problem ist nur, dass keiner Jenny mag. Was heißt nun keiner? Zumindest Fred und ich mögen Jenny nicht. Fred mag sie umso mehr nicht. Aus seiner Sicht ist Jenny das uneheliche Kind vom Teufel und Alice Schwarzer persönlich. Nächstes Problem ist, Jenny bemerkt es nicht. "Die Ausgeburt der Hölle ist da, um die Party-Apokalypse zu bereiten", flüstert Fred mir ins Ohr und besorgt sich ein weiteres Bier. "Hallo Marvin, hallo Fr...", sagt Jenny, "Fred, bringe mir doch gleich etwas mit!" "Nö!", hört man nur vom Kasten Bier. "Ach, Fred, sei nicht so", versucht Jenny ihn lachend weiterhin dazu zu bringen, ihr etwas Flüssiges zu servieren. "Frage Marv, er ist hier Gastgeber, oder soll ich Dir eine Getränkekarte drucken? Für Dich sogar mit naturellen Preisen, wie: 0,5 l Bier - Mund halten 2 cl Amaretto - Küche verlassen ein Tequlia - Mund halten und Küche verlassen 0, 33 l Apfelsaft mit Amaretto - vom Balkon sto..." "Fred", schnaubt Sascha. Ich finde es lustig und frage: "Darf ich mit einsteigen?" Fred nickt mir grinsend zu, nimmt zwei Flaschen Bier aus dem Kasten und kommt zu unserer Runde zurück. Als ich grade ein weiteres Getränk mit Jenny-Preisen nenne, unterbricht mich Jenny, die immer noch lacht (Fred und ich schauen uns ungläubig an) und sagt: "Ach, wisst ihr was", dabei schwingt sie ihr Haar auf die rechte Seite ihrer Schulter, "ich nehme ein Gläschen Wein - aber nur ein ganz kleines Gläschen."
Mist, das habe ich im Getränkemarkt vergessen - Wein, der ist es also gewesen. "Jesus!?! Haben wir einen Jesus unter uns? Wenn ein Jesus unter uns ist, bitte melden!", sagt Fred und sucht über unsere Köpfe hinweg einen imaginären Jesus. Alle Pärchen schauen sich verstört an: "Was, bitte?" Gleichzeitig erwähne ich, dass kein Wein da sei. Aber auch ich bin von Freds Aussage irritiert. Fred versucht es zu erklären: "Liebe Jenny, vielleicht ist ja Jesus unter uns. Vielleicht kann er dann das Leitungswasser für Dich in Wein verwandeln. Was magst denn? Lieber Roten oder Weißen?" "Rosé kann Jesus nicht," frage ich. Fred überlegt mit übertriebener Miene: "Hhhm, das könnte ein Problem werden."
Jenny lacht und lacht. Wir lachen alle, aber nicht mit Jenny, sondern über Jenny. Sogar ihr Freund Sascha kann sich sein Lachen nicht unterdrücken. Jenny setzt zu einem Konter(e) an - denken wir zumindest: "Dann nehme ich halt einen Apfelsaft mit Amaretto." Freds Gesicht strahlt: "Folge mir bitte zum Balkon!"
Es klingelt wieder jemand an meiner Haustür und ich vergewissere mich vorher schnell, dass Fred Jenny nicht wirklich vom Balkon stürzen werde. Die Treppe, zu meiner Wohnung, hinauf erblicke ich Max und Pia. Habe ich nie von den beiden erzählt? Na gut, ich muss da nun etwas ausholen. Max und Pia sind (natürlich, es ist ja meine Party) ein Paar. Aber ihre Beziehung basiert auf totalem Vertrauen. So muss zum Beispiel Max Pia immer anrufen, um ihr zu sagen, wann er wo und wie hingeht und um nicht zu vergessen, warum er irgendwo hingehe. Wer denkt, das würde auf Gegenseitigkeit beruhen, der irrt. Dieser galante Vorschlag kam von Pia und Max nahm ihn nicht unbedingt freudig an, aber man kennt das ja mit der Liebe und ihren Kompromissen. So kommt es mal vor, dass Max, ohne Absprache mit Pia, mit seinen Freunden ausgeht, sie dann aus Trotz auch mit ihren Freunden ausgeht, was Max eher als Geschenk und nicht als psychische Attacke ansieht. Jedoch sieht Pia das wiederum anders und lässt dieses Max als ein - nennen wir es - Racheakt spüren, was er aber genau nicht dermaßen anerkennt. (Ich erwähnte es gerade oben.) Platt ausgedrückt, es läuft alles rund - irgendwie.
Ich fange nun noch einmal von vorne an: Die Treppe, zu meiner Wohnung, hinauf erblicke ich Max und Pia und sie sind ein Paar. Ich kenne Max und Pia aus meiner Studienzeit. Max und ich sind gute Freunde in dieser Zeit geworden und um so mehr freue ich mich, dass er die Zeit gefunden hat, mit mir meinen Geburtstag feiern zu können. Ich umarme Max und Pia und begrüße sie herzlich. "Schön, dass ihr zwei kommen konntet!" "Kein Thema", meint Max, "ich lasse Dich doch nicht alleine an Deinem Geburtstag, obwohl ja schon einige Leute hier sind. Kennst ja echt viele." "Pärchen. Ich habe das Gefühl, ich kenne nur Pärchen." "Marv, schwamm' drüber. Jetzt bin ich ja da!" "Und wer ist das neben Dir? Deine Cousine? Ich glaube nicht", sage ich, während ich Pia anlächele, um ihr verständlich zu machen, dass ich nur scherze. Denkste, Kleine! "Wer sind denn hier alles Singles", fragt Pia. Ohne zu überlegen, antworte ich: "Fred, ... ähm...warte mal, also Fred und die zwei, die auf der Couch sitzen und die ganze Zeit über George Bush labern." Mir wird schlagartig klar, dass ich also eine Party mit vier Singlen (mich eingeschlossen) habe und der Rest aus Pärchen besteht. Ich muss irgendetwas falsch gemacht haben. Aber nur was? Auch dieses Mal habe ich keine Zeit über diese Frage nachzudenken, denn Max und Pia überreichen mir eine Flasche Weißwein. Ich bedanke und frage mich, was ich mit dieser Flasche anfangen soll. Plötzlich höre ich nur ein "Du kannst so ein A... sein, Fred!" Die Frequenz der Stimme, die mein Trommelfell erzittern lässt , erinnert mich daran, dass Jenny und Fred bestimmt eine Diskussion führen. A propos Jenny, sie will doch ein Glas Wein. Ich bedanke mich schnell bei Max und Pia und weise sie in meine kleine Wohnung.
Ich gehe schnellen Schrittes Richtung Balkon und sehe Jenny draußen mit ihren Armen in der Luft herumfuchteln. Dabei schallt es nur so von Beleidigungen Fred gegenüber. Fred lehnt lässig am Geländer und es scheint, als ob alles an ihm abprallt. Als ich den Balkon betrete und Fred mich erkennt, wendet sich Jenny zu mir: "Jetzt sage doch auch einmal etwas dazu!" "Das kann er nicht. Er ist gerade gekommen", meint Fred - immer noch lässig. "Wein?" Ich will die Stimmung anderswo hinlenken. "Wieso sollte ich weinen?", versteht Jenny missverständlich. "Ich bin eine Frau, die genug Selbstbewusstsein besitzt." Es ist Jenny. Vielleicht ein zweiter Versuch: "Magst Du Wein?" "Marvin, Du jetzt auch noch? Willst Du mich jetzt auch fertig machen? Müsst ihr Männer denn immer zusammenhalten?" Ich muss wohl eine schlechte Aussprache haben. Es ist doch bis jetzt nur ein Bier gewesen. "Marvin ist auch mein Kumpel! Er hält immer zu mir, weil ich immer recht habe!" "Ach so, na dann, Marvin, was meinst Du denn dazu", fragt Jenny ironisch in meine Richtung. "Das kann er nicht. Er ist gerade gekommen", wiederholt Fred. "Das kannst Du Deiner Oma vielleicht erzählen, aber nicht mir", faucht Jenny immer wütender. "Das kann ich nicht", und Fred schaut traurig auf den Boden, "sie ist seit einer Woche verstorben!" Jenny packt das Mitleid. Aller Ärger über Fred scheint verflogen zu sein und mitleidsvoll sagt sie: "Oh Fred, das tut mir ehrlich leid. Ich... ich wusste das nicht. Es tut mir leid." "Das braucht es nicht." Jenny schaut stutzig und ich ahne, was Fred im Schilde führt und ich öffne schon im Voraus die Balkontür.
"Es ist meine fünfte Oma mütterlicherseits." "Aber... aber...", Jenny stockt der Atem, "man kann doch nur ei..., Du A..." Jenny stürmt vom Balkon. "Gut mitgedacht", sagt Fred lachend, da ich eben die Balkontür schon geöffnet habe. "Man kennt sich eben." "Ich dachte, die will nie gehen." "War es denn so schlimm?" "Eigentlich nicht. Wir redeten über das morgige Wetter." "Und wie schafft man es, eine Person so ausrasten zu lassen?" "Das ist ein Geheimnis", dabei klopft mir Fred auf die Schulter und verlässt mit dem Satz "Du musst noch einiges lernen. Kommst Du mit" den Balkon.
Im Wohnzimmer haben meine Gäste die Stühle und die Couch zu einer Kreisform errichtet. Alle sprechen miteinander. Die Pärchen mit den Pärchen. Die anderen beiden Singles immer noch über Herrn Bush. (Habe ich die beiden wirklich eingeladen?) Fred und ich ergattern zwei Stühle in der Runde neben Pia und Max. Ich stelle Fred den beiden vor und auch die drei unterhalten sich nach einiger Zeit prächtig. Irgendwann und irgendwie kommt es zur Stille. Ich meine hier die unangenehme, peinliche Stille. (Ein wahres Party-Phänomen!) Selbst die Bush-Anhänger sind ruhig. Mir wird es zu bunt und ich sage: "Aber schöne Wohnung hier, muss ich schon sagen." Nichts, keine Antwort, keine Regung der kleinsten Kommunikation. Es fehlt nur noch der wehende Heuballen, der durch mein Wohnzimmer weht und die Grille, die ihr Abendlied an ihren Beinen streicht. "Hast Du das alles tapeziert", fragt Max und seine Augen lachen. Meine Augen lachen zurück: "Fred hatte mir auch etwas geholfen. Fred hatte übrigens die Leisten da unten (ich zeige auf die Ecken am Boden) angebracht." "Gut, der Mann, gut, der Mann", meint Tom. "Wo ist eigentlich Jenny", fragt Fred unschuldig die Runde, obwohl sie ihm direkt gegenüber sitzt. Sascha antwortet etwas zögerlich: "Ähm, sie will, glaube ich, nicht mehr mit Dir reden." "Genau", bestätigt Jenny in die Runde. "Hat sie doch grad", meint Fred trocken. "Was", fragt Jenny schockiert. "Siehst Du, schon wieder." "Das ist doch eine Unverschämtheit. Sascha kläre das bitte mit Fred! Mache jetzt endlich was", und schlägt Sascha noch nicht einmal zart auf den Rücken. Man sieht Sascha seine pure Verzweiflung an. Meine Mundenden zittern schon vor unterdrücktem Lachen. "Also... h-rm...Fred, Du hattest Jenny sichtlich beleidigt. Sie möchte wohl eine Entschuldigung von Dir hören." "Was ist denn passiert", fragt Eva. Das ist Jennys Einsatz: "Wir gingen zum Balkon, damit mir Fred ein Getränk einschenken konnte. Aber er tat es nicht und meinte, ich solle mir meinen Amaretto-Apfelsaft selber einschenken. Habt ihr gehört: selber einschenken." "Es wäre nur zu Deinem Besten, ehrlich", erklärt Fred heilig. Sascha versucht nun Jenny den Rücken zu stärken: "Aber Fred, Jenny ist eine Frau. Du weißt doch was ‚Kavalier' bedeutet." "Sind wir hier im ersten Stock"", fragt Max fromm. Meine Lippen beben vor lachendem Erregen und die innere, lachende Stimme erhebt sich mehr und mehr - Max und Fred haben ein abgestimmtes, perfektes Abwechsel-Timing; und das nach zehn Minuten des Kennens. "Auf dem Balkon meinte Jenny noch zu mir, sie sei eine selbstbewusste Frau", sagt Fred. "Ich könnte ein Gummiseil aus dem Auto holen, was ich dann am Balkongeländer befestige und wir können Bungee-Jumping von Deinem Balkon machen", meint Max wieder. "Aber das war mitten im Gespräch", verzweifelt Jenny. "Gesagt ist gesagt", sagt Fred wieder trocken, "und komme mir jetzt nicht so! Ihr Frauen wisst doch eh nicht, was ihr wollt." Mein Gesicht verformt sich zu einem übergroßen Grinsen, denn, wenn man Fred kennt, weiß man, dass nun ein Fred'scher Vortrag folgt.
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