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Die Welt dreht sich, keine Frage, aber was wäre, wenn sie sich nicht mehr drehen würde.
Nein, nein... das ist mir für einen Anfang einer großen Geschichte zu profan. Natürlich kennen wir alle den Apokalypse-Film von Bernd Eichinger, aber darin ging es eher um eine eingefrorene Welt oder um die krampfhafte Besiedlung der Erde durch Aliens, die mir bis heute ein Rätsel ist. Wieso würden Aliens unsere Erde erobern wollen? Welche Motivitation bringe sie dazu? Waren sie auf Dauer sauer, dass sie nicht zum G8-Gipfel eingeladen worden sind? Ist es irgendein Konsumgut, wie Cola oder Schweinfurter Haxe, die diese brutalen Bilder aus Bernd Eichingers Kopf zu einem achtstündigen Film entstehen lassen? Heißt dies vielleicht, dass Bernd Eichinger nie Schweinfurter Haxe zum Verzehr bekam und dies einen psychologischen Abgrund seiner Person darstellt?
Ich meine hier nur einmal: was wäre, wenn die Welt wirklich untergehen würde? Nicht durch biblische Prophezeiungen oder apokalyptischer Reiter, denn die existieren ja nur in 80er-Filmen oder im Zyklusroman ‚Herr der Ringe’ und wer den Film gesehen hat, sagt dann, dass es doch nur ein großer Reiter auf einem Drachen gewesen ist, der das Ende der Welt nahe brachte. Da sage ich immer: „Nerd, erstens war es diese Tolkienwelt und außerdem hießen diese Reiter Guls oder so!“ „Selber Nerd, und lese mal richtig das Meisterwerk Tolkiens“, wird mir entgegen gebracht. „Sagt der Typ vor mir, der ein Kettenhemd und eine Zauberermütze in einer Rollenspielrunde trägt und das mitten im Sommer bei 29 Grad!“
Mir ist das Thema fast wichtig, also der Weltuntergang und nicht die Apokalypse. Jetzt nicht so wichtig, wie die neue Popstars-Staffel, aber das Thema besitzt ein legitimes Hinterfragerecht. Was wäre, wenn heute die Welt untergehen würde. Nicht nach dem Motto: ‚Die Welt geht in 7 Tagen unter, denn Gott zerstört, was er in 7 Tagen schuf’ oder Nachrichtenmeldungen in der Art von ‚Hassloch. ... Hasslocher Wissenschaftler fanden heraus, dass die Erde aufgrund der Erschöpfung der natürlich Ressourcen in 3,5 Mio. Jahren ihr Ende finden wird.“ Nein, ich spreche von heute. Was würde ich tun, wenn ich wüsste, dass heute die Welt untergehe? Ich erstelle nun – leider Gottes - ein Szenario, um ein bissel Atmosphäre in diesen Gedanken des Weltunterganges einbringen zu können.
Samstag, neun Uhr morgens. Ich werde wach und schalte, wie jeden Tag, meinen Fernseher an. Überall die gleiche Nachricht: „Kometen mit einem Ausmaß von 30.000 Mrd. Kilometern steuern genau auf unsere Erde zu. Einige haben die Atmosphäre durchdrungen und trafen gegen zwei Uhr nachts Moskau, Rom, Barcelona und München. Panik, Anarchie und Zerstörung sind überall.“ Nur RTL II zeigt eine Wiederholung von ‚Frauentausch’ und Pro7 strahlt aus Panik die gesamte Staffel über Gülcans und Herrn Kamps Hochzeit aus. Okay, KIKA zeigt noch ironischer Weise die letzten Folgen von ‚Es war einmal das Leben...’ und auf ARTE tanzt ein unbekannter Künstler im Ausdruckstanz das Thema ‚Weltuntergang’ – angesetzt für fünf Stunden. (Kurz zu den Weltstädten: Ja, ich weiß! Beim Weltuntergang trifft es immer die bekanntesten Städte. Das liegt wohl daran, dass den Autoren (sic!) spontan Hauptstädte einfallen. Klingt dramatischer als Dortmund-Barop, Gelsenkirchen-Buer oder Bochum-Gerthe.) „Weltuntergang?“, frage ich mich im Bett. „Das ist zeitlich echt schlecht! Ich muss ja noch die Wohnung putzen und einkaufen muss ich auch noch.“ Grübelnd stehe ich trotz allem auf und versuche zu duschen. Kein Wasser. Sofort kommt mir meine Senseo-Maschine in den Sinn. Der Wassertank ist ja noch voll. Coole Sache – ich kann zumindest Kaffee trinken. Nach drei Tassen Kaffee und einem leeren Senseo-Kaffee-Wassertank, beschließe ich einzukaufen. Mit einem kleinem Zettel sitze ich nun an meinem Küchentisch und überliege, dien Kugelschreiber rhythmisch an meine Zähne tippend, was ich genau einkaufen könnte. Plötzlich knallt meine Tür auf und drei Jugendliche stehen in meiner Wohnung. Ich stehe auf und schaue sie an: „Kann ich euch helfen?“ „Oh, Sie wohnen hier noch?“ „Äh, ja!“ „Nun, ähm, falls Sie es noch nicht wussten, wir haben Anarchie.“ „Ja und?“ „Ja, bei der Anarchie darf man ja alles, irgendwie. Wir schauen einfach mal so bei Wohnung herum und schauen, was man so bekommen kann.“ „Ist denn heute wirklich das Ende aller Tage?“, frage ich. „Jo, Alda, jetzt echt jetzt“, beantwortet der Stille neben seinem Kollegen. „Wenn das so ist“, sage ich, „dann bedient euch.“ Ich weise die Burschen in mein Hab und Gut ein, bitte Sie jedoch, meinen Fernseher zu verschonen sowie mein Spiderman-Comic Nr. 1 vom Williams Verlag aus den 70er Jahren. Meine Wohnung wird plötzlich zu einem kostenlosen Basar, denn ein Pärchen schaut verstohlen auf meine aufgebrochene Haustür und ich bitte sie hinein. Selbst mein Hausverwalter nimmt sich ein paar Dinge mit. Er suche seit Jahren nach dem FHM-Kalender, in dem Gina Wild im Dezember 2006 abgedruckt sei und dass ich diesen Kalender habe, sei ja so total super und so. Ich: „Nehmen Sie ihn mit. Aber den März bekomme ich.“ „Ich will den Februar“, ruft ein neuer ‚Kunde’ aus meinem Schlafzimmer heraus, der mittlerweile meinen Spiderman-Schlafanzug trägt.
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