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Marvin & Friends
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Teil 1

Och, wie fein. Kevin hat eine neue Freundin. Monique, oder wie ich immer sage: Moni-kö!
Er findet diesen Ausspruch grässlich, aber ich behalte mir mein Nicht-Französisch vor und betone absichtlich, das ‚kö’, da ich irgendwann mal gehört habe, dass Franzosen die letzten Silben immer stark betonen.

Kevin hat übrigens Monikö als Au-Pair-Mädchen kennengelernt, also eigentlich war Monikö die Putzfrau im Hause seines Vaters, der schon immer eine Touch zu Frankreich gehabt hat.
Und wie die Emotionen zwischen Bettmachen und Kühlschrank putzen so spielen, hat sich Kevin kurzerhand in Monikö verliebt.

Nun sind Kevin und Monikö seit drei Monaten zusammen und laden mich zu einem Abend ein. Ungewollt beuge ich mich meinem Schicksal und besuche die beiden in seiner Wohnung.
„Oh, allo, dü müsst Marvin sain!“, entgegnet sie mir an der Tür.
„Oui, oui“, antworte ich und habe mich prächtig in sprachlicher Richtung auf diesen Abend vorbereitet: „Je m’apelle Marvin. Mais mon amis appelles Marv!“
Um ehrlich zu sein, ist mir mein Gequatsche selbst ein Rätsel, dank aber dem nächtlichen Hören meiner Fremdsprachenkassetten macht es irgendwie Sinn.
„Oh, tu parles francais?“
Was? Wie ‚pahl’? Will die mich anmachen, oder was? Ich versuche mich zu integrieren und die macht mich an?
„Oh, isch maintä - wie sagt man - du sprischt französisch?“
Ich also: „Ach komm lass! Wo ist denn Kevin?“
„Ah oui, däa is in der Küschä!“
Langsam, aber sicher geht mir dieser Akzent auf den Sack, aber egal, ein guter Freund ist frisch verliebt und das heißt, dass ich sie ‚mögen’ muss – zumindest ihr eine Chance geben muss – auf französische Art und Weise.

Um den peinlichen Akt, Ihnen lieben Lesern, abzukürzen, sitzen wir nun auf seiner Couch und starren uns wahrlos an. Stumm trinken wir einen trockenen Rotwein und mümmeln Camenbert dazu. Ich mag eigentlich gar keinen Camenebert, aber immer wenn sie das Gespräch anfangen möchte, haue ich mir eine übertriebene Portion zwischen die Zähne und kann dann voller Erleichterung sagen: „Oh, exküsäh moi, ich habe den Mund voll!“
Ich verdrücke mir den schlechten Witz, dass ja Käse ein abschließendes Mahl an einem Abend bedeute.

Nach einer Stunde und zwei ganzen verdrückten Camenbert ist mir wirklich schlecht und ich muss die Konversation eröffnen: „Sage mal, wo genau war das Klo?“
Nach zwanzig Minuten sanitärer Entspannung komme ich zurück und siehe beide wild aneinander herumfummeln, wobei sie andauernd ein ‚oh, mon dieu’ und ‚oh jaque’ hervorbringt.
Dass Jaque ein französischer Vorname ist und meine Vermutung aufgeht, dass Monikö nur aufgrund der Aufenthaltsgenehmigung in Kevins Armen liegt, scheint Kevin vollkommen egal zu sein, denn er antwort: „oh, mon dieu“ und „voulez vous coucher avec moi?“
Wenn ich eines weiß, ist dies nie ‚der’ Spruch, um eine Französin herumzubekommen. War das nicht ein Grand Prix-Lied? Hat das nicht sogar einen der ersten Plätze belegt?

Ich weiß es nicht und ihr scheint es egal zu sein, denn sie sagt hauchend: „Oh, Köwihn, je sais oui!“
Was meint sie damit? Kevins Augen strahlen und mir ist bewusst, dass ‚oui’ ja bedeutet. Also muss es etwas Gutes besitzen, denn er klammert sich an sie heran und flüstert: „Je t’aime, mon chere!“
Oooookaaay, finito, nada, end of all… Ich klinke mich ein und sage:
„SO, jetzt ist fini, wie man bei euch sagen würde. Ich habe doch keinen Bock hier auf französischen Livetrieb. Dafür sollte ich kommen? OKAY, ihr seid soooo glücklich, OKAY, ihr seid füreinander bestimmt – und ihr seid die einzige Frankreich-Deutschland-Beziehung, die soooo glücklich ist. DU bist Frankreich und DU bist Deutschland. Lasset Europa aufgrund eurer Beziehung neu definieren, denn IHR SEID EUROPA.“
Beide erstarren schockiert, schauen wie ein Renault oder Citroen.
„Aböh Marv, was is dönn lös?“
„Eben Marv, dieser Vortrag zeigt doch nur, dass es bei dir so langsam Zeit wird, eine Beziehung zu finden. Ich meine, Marv, ich bin seit drei Monaten mit Monique zusammen und wir haben soviel durchlebt. Höhen und Tiefen, ein Auf und Ab….“
„Was denn?“, frage ich. „Was an Höhen und Tiefen, Auf und Ab kann man bitte in drei Monaten erleben?“


.: Fortsetzung folgt - zurück zu den Geschichten :.


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