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Schon wieder eine neue Homepage.
Mal ehrlich, wer will denn wissen, was ein gewisser Thomas oder irgendeine Tanja abends mit ihren Freunden machen.
Da stelle ich mir die große Frage: aus welchen Gründen erstellt man eine Homepage?
Hat man keine Freunde oder versucht man, durch eine Homepage, welche zu finden?

Die Seiten, die ich kenne, sind dafür sehr ungeeignet.
Es fängt schon mit dem Titelbild einer Homepage an. „Meine Homepage“ und das in kursiv, denn jeder versucht sich als genialer HTML-Designer, indem er direkt unter „Meine Homepage“ sein Passbild hinklatscht.
Bei manchen Bildern, die unter „Meine Homepage“ zu sehen sind, überkommt mich ein großer Graus. Immer wieder begrüßt mich das unwohlige Gefühl, dass sich der Webmaster richtige Gedanken machte, welches Photo er unter „Meine Homepage“ einfügen sollte: eher das Photo von der Konfirmation, oder eher das Photo im Anzug beim Abitur, oder sollte man nicht eher ein gegenwärtiges Bild nehmen, wenn man eben schon über dreißig ist?
Weiter geht es mit den Links „Das bin ich“, „Meine Hobbies“ und „Meine Freunde“.
Fangen wir beim ersten Link „Das bin ich“ an.
Ich meine – der Leser verzeihe mir meine Meinung – wenn ich schon das Bild im wahrsten Sinne des Wortes abstoßend finde, dann schaue ich mir doch schon gar nicht mehr „Das bin ich“ an.
Das ist emotionale Verstümmelung des Ichs.
Zu meiner Schande klickte ich weiter und ein langer Text baute sich vor meinen Augen auf.
Ein gewisser Thomas stellte sich mit Alter, Augenfarbe, Haarfarbe, etc. vor.
Wie gut, dass man sein Bild nicht schon vorher gesehen hatte, denn mit seiner Beschreibung kann er sein Aussehen auch nicht wett machen.
Dann kommt meistens eine kurze Charakterbeschreibung – der letzte Rettungsanker für Thomas.
Aber hier versagt Thomas vollkommen. Thomas schreibt:
„Ich bin ein ruhiger Typ. Ich gehe nicht so gerne auf die Strasse und verbringe sehr gerne meine Zeit mit Ego-Shootern. Im Moment bin ich im dritten Kapitel des Spiels und muss nur noch den Code für das Basislager der Gangster finden. Danach habe ich New York gerettet.“
Gut Thomas, ab jetzt würde keiner mehr deinen Text weiterlesen.
Weiterhin steht: „Wenn ich richtig gut drauf bin, spiele ich meine Howard Carpendale-MP3-Sammlung ab und tanze Foxtrott in meinem Zimmer. Bis jetzt aber noch alleine...“
Tja Thomas, und das wird wohl auch so bleiben.
Ich klicke zurück und schaue mir seine Hobbies an. Um ehrlich zu sein, mittlerweile nur noch aus Mitleid. Ein kurzer Klick für mich, aber eine große Enttäuschung für jeden Homepagebesucher.
Wie die Anfangsseite „Meine Homepage“ steht auch hier in kursiver Schrift „Meine Hobbies“, darunter ein Bild von einem Ego-Shooter-Spiel.
Wiederum darunter eine Auflistung mehrerer Aktivitäten, wie „programmieren, Musik hören, chatten, lesen, Computer spielen und alles andere was Spass macht“.
Es wird dem Leser nicht überraschend vorkommen, wenn ich nun erzählen werde, dass die Seite „Meine Freunde“ noch in Bearbeitung ist und in grossen schwarzen Lettern „under construction“ blinkt.


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