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Es ist ja schon schön frisch zusammen zu sein. Ein Mann, eine Frau – im Einklang mit der gesellschaftlichen Natur. Doch was schön scheint, kann in ‚Null Komma Nix’ zerstört werden. Aber wie? Ich habe hier ein kleines Modellbeispiel:
Ich gehe mit einem Eis in der linken und meiner aktuellen, momentanen freiwilligen Lebensabschnittsgefährtin in der rechten Hand die Einkaufstrasse entlang. Auf einmal erscheint ein lecker Meisje vor mir mit langen schönen Beinen, einer wunderschönen Figur - der kurze weiße Rock betont ihr wollüstiges Hinterteil und sie besitzt das gewisse Etwas, -- einen String. Sie schwebt förmlich an mir vorbei und ich schaue wirklich nur kurz, kaum bemerkbar, zu dieser Aphrodite herüber. Plötzlich die Reaktion der rechten, weiblichen Seite neben mir. Abwechselnd schaut sie das konkurrierende Weibchen, mich und sich an. Und das gleich drei Mal hintereinander. Es kommt, was kommen muss: sie fängt an, sich mit der Unbekannten zu vergleichen, gekoppelt mit der männertötenden Frage: Was hat sie, was ich nicht habe? Diese Frage wird aber meistens vom Weibchen auf folgende Weise beantwortet: „Schlampe!“ Ich schaue verdutzt: „Häh, wieso denn?“ „Ja, ist ja mal wieder klar, dass DU das nicht siehst!“ „Ich sehe nur ein schönes Mädel.“ Das war falsch! „Ach ja? Wahrscheinlich doch nur, da sie mit ihrem Arsch wackelt und diesen nuttigen String trägt.“ „Naja“, sage ich, „es soll ja auch Frauen geben, die NICHT wie ein Bauer gehen und eben einen String tragen“, und ich schaue ihr in die Augen. „Was soll das denn jetzt heißen?“ „Nichts. Nur, dass vielleicht deine Baumwollunterhöschen eventuell out sind. Aber ich halte mich da gerne raus“, sage ich bewusst, um keinen Streit vom Beziehungszaun zu brechen. „Also, ich gehe wie ein Bauer, ja? Dann zeige ich dir mal, wie ich gehe!“ Also rennt sie vor und versucht weiblich zu gehen. Leider trampelt sie mehr als weiblich zu gehen. Innerlich höre ich bei jedem Schritt ein ‚Bum, Bum’. Gozilla lebt und zerstört die Dortmunder Infrastruktur. „So?“, fragt sie erhaben, „und wie war das jetzt?“ Für Miss Acker 2005, der Überhammer, denke ich mir, sage aber: „Ich wusste gar nicht, dass du dermaßen filigran laufen kannst. Wie eine kleine Eisprinzessin bewegst du dich über den Asphalt.“ „Das sagst doch bestimmt nur so, oder?“, fragt sie nach Komplimenten haschend. „Stimmt!“ „Waaaas?“ „Nein, also, ach mann, was ich sagen will, ist, dass...“ „Dann heirate sie doch“, und sie dreht sich schnippisch von mir fort. „Ich will sie doch nicht heiraten“, sage ich verzweifelt. „Was? Du willst NIE heiraten?“ Manchmal frage ich mich, ob Frauen einen gewissen Filter in ihrem Gehirn besitzen. Nach dem Motto: ich filtere nur das, was auf mich zutreffen könnte. „Nein, ich will SIE nicht heiraten. Ich meinte nicht NIE, sondern SIE!“ Sie beginnt zu weinen: „Also, doch SIE! Wieso bist du dann mit mir zusammen?“ „Das frage ich mich mittlerweile auch“, sage ich leise. Nun, wohl nicht zu leise, denn sie schreit darauf: „Und dann schläfst du noch mit mir?“ Ich zücke mit den Schultern und sage entschuldigend: „Hey, ich sagte nie, dass es Spaß machen würde.“ „Waaaas?“, fragt sie schockiert. „Na, komm schon. Immer dieser Blümchen-Sex. Obwohl passt ja, Acker und Blumen. Waren deine Eltern vielleicht Agrarökonomen? Wegen elterlichen Prägung und so.“ „Nein, waren sie nicht. Beide waren Beamte. Und zwar bei der Post!“ „Das rettet natürlich die Situation!“ Ich schüttle meinen Kopf und versuche die Kontrolle über diesen unsinnigen Streit zu bekommen. „Also, Schnäutzelchen, weil wir gerade dabei sind, ich habe dich doch schlank kennen gelernt!? Wir sind jetzt seit circa vier Monaten zusammen und du hast um die zehn Kilo zugelegt. Das macht genau, lass mich kurz nachrechnen... genau zweieinhalb Kilo im Monat, plus minus 500 Gramm. Wie kommt denn z.B. sowas?“ „Ich habe eben schwere Knochen“, wird mir als Argument serviert. „Wie groß sind dann bitte DEINE Knochen? Und wieso wachsen sie dann nur in unserer Beziehung? Nun, ich wusste nicht, dass Pizzen und Rotwein die Masse des Knochenmarks erhöhen. Belehr mich eines Besseren, aber der Mensch an sich besitzt“, dabei betone ich folgendes langsam, „sogenannte Fettzellen. Diese speichern eher Fett und nicht Knochenmark.“ „Ach so“, sagt sie, „ich bin in deinen Augen fett?“ Ich betrachte sie nochmals von oben bis unten. „Jetzt sag’s doch!“ „Also deine Freundin Angelika, die macht doch auch regelmäßig Sport.“ „Was? Du und Angelika? Was ist mit unserer großen Liebe?“ „Eben, mit ‚große Liebe’ triffst du dich schon ganz gut. Du erdrückst mich förmlich mit deiner Liebe, und das meine ich nun bildlich und nicht symbolisch. Aber ich spreche hier von einem attraktiven Körper. Einem Körper, der die Männerherzen höher schlagen lässt. Einem Körper, wo sich jeder Mann die Finger nach leckt, wenn dieser vorbei schwebt; einem Körper“, plötzlich fällt mir meine Schwärmerei für Angelika auf und ich frage mich, wieso ich nichts mit Angelika angefangen habe. Aber ich kippe gespielt die Situation: „Sie hat eben einen Körper, der gesund ist. Und wir wollen doch alle gesund leben, oder?“ Sie ist außer Rand und Band, nichts kann ihre Wut aufhalten. Sie kramt in ihrer kleinen Tasche herum und zückt Handy: „Hier“, schreit sie beinahe und wählt irgendeine Nummer mit ihrem Handy. „Ja, Hallo? ... Marvin will dir etwas sagen“, und so knallt sie mir das Handy gegen meine Brust. Zögerlich schaue ich auf das Display und lese ‚Angelika’. „Hallo Angie, wie geht’s? ... Jaja, die spinnt wieder... eben, eben... richtig, ich kapier das auch nicht, jaja.... ein großer Fehler ist sie auf jeden Fall, schönes Wortspiel übrigens.... heute abend? ... Eigentlich nichts. ... Nee, nee, würde sagen, bin wieder solo, ne? .... klar gerne, rot, weiß oder lieber rosé? ... alles klar... mache ich, bis 20 Uhr heute... mach’s gut... ja, ich dich auch ... Hier dein Handy.“ Sie reißt es mir aus der Hand, knallt mir eine und pflügt sich durch den Straßenasphalt. Wieso musste es so enden? Ich schaue ihr hinterher und denke an unsere gemeinsame Zeit zurück. Sooo... fertig und jetzt schnell zu einem Weinhandel, um zu meiner Angelika zu fliegen.
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